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25
Mär
2009
AlexZ
Abgelegt unter:

Vierzig

Bis 3

Ich war ein Schreihals, ein Nervtöter. Ich wäre mal fast von Traktor überfahren worden. Ich habe eine Henne gequält und sie hat sich gerächt und mich gepickt. Dafür habe ich hämisch gegrinst, als ich später mal beim schlachten des Huhnes zusah. Sie ist dann noch ohne Kopf auf das Dach des Schuppens geflogen. Seitdem hab ich Respekt vor Federvieh.

Der  ein Jahr ältere Nachbarsjunge hatte ein Dreirad mit Luftbereifung, ich hatte nur Vollgummireifen und bin auf dem Hof immer steckengeblieben. Hab mir heimlich mal sein Dreirad genommen. Er hat es gemerkt und ist aus Rache aufs Schuppendach gestiegen und hat mir auf den Kopf gepinkelt.

Bis 7

Mit 4 Jahren das erste Mal umgezogen. Beim spielen mit einem Kipper, in dem man sitzen konnte, Unfall gebaut, Platzwunde am Kopf, das erste mal gedacht, ich müsse sterben.

Fahrrad fahren gelernt, hatte mir dafür das Fahrrad des Nachbarjungen (ohne dessen Wissen) geliehen, bin schwer gestürzt, war aber überglücklich, da ich vor dem Sturz bestimmt 10 Meter gefahren bin.

Hatte ständig Schorf an Knie und Ellenbogen. Wenn die Gefahr bestand, das die Wunden endlich abheilen, schnell neue Stürze fabriziert.

An einem Huhnmassaker beteiligt gewesen, hinterher zum Anstifter gemacht worden. Wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht mal, was das ist. Schwere Verhandlungen durchgestanden, schwere Strafen erwartet, keine erhalten.

Dummerweise und zufällig Jauchegrube als Spielplatz auserkoren, tagelang bestialisch gestunken.

Bis 19

In Fußballverein gegangen, 12 Jahre dabeigeblieben, verlässlicher Rechtsverteidiger geworden Häufigste Anweisung: 'Hau den wech, Mann!' und damit war nicht der Ball gemeint.

Mit 13 erste Depression bekommen ('Warum müssen alle sterben!'), nach einigen Monaten überwunden, von da an in den Tag hinein gelebt!

Das Dauerknutschen mit Katja entdeckt, aber nach einer Weile gings mir auf den Keks.

Schule war langweilig, sehr faul gewesen ("..arbeitete sehr interessenbetont!"), trotzdem Abitur mit guter Note geschafft. Erste richtige Freundin mit 16 Jahren, erstes Mal mit 17 (war total scheiße), lieber im Internat gewohnt als bei den Eltern.

Mit 17 mit dem Rauchen aus Langeweile angefangen, und weil der meiste Spass im auf der Raucherinsel war.

Bis 29

Nach dem Abi zur Armee gekommen. Durch den Fußball in eine ruhige Einheit gekommen, Schichtdienst, keine Frühsport, keine Reviere. Als Funker heimlich viel Westradio statt Funksprüche  gehört. Von Freundin, deren Namen ich vergessen habe, während der Armeezeit verlassen worden.

Mit studieren zur Wendezeit angefangen, bei den Montagsdemos dabei gewesen. Bei den Demos am Dresdner Hauptbahnhof dabeigewesen: die Demos bestanden zu über der Hälfte aus Schaulustigen, aus Leuten, die mit den Ausreisezügen von Prag in den Westen mitwollten (aufspringen, wenn sie durchfuhren - das Gerücht, dass die Zuge durch Dresden fahren sollten, hielt sich hartnäckig) und viele Verückte und Krawallos waren dabei, denen ihr langweiliges Leben auf den Sack zu gehen schien und nun endlich mal Abwechslung und Spass haben wollten.

Antje kennengelernt, nach einem Jahr Studienplatz in ihre Stadt gewechselt, auch Fachrichtung gewechselt. Bafög-Förderung dabei eingebüsst und zum Halbtagsstudenten geworden, andere Hälfte war arbeiten arbeiten arbeiten.

Schweren Verkehrsunfall gehabt (und das zweite Mal gedacht sterben zu müssen), ein halbes Jahr im Krankenhaus und bei meinen Eltern rumgehangen.

Von der Freundin getrennt.

Nach vielen Jahren Diplom geschafft. Im gleichen Betrieb weitergearbeitet, jedoch Vollzeit.

Bis 39

Neue Freundin kennengelernt. Kind gemacht. Umgezogen, Arbeit gewechselt.

Nach 3 Jahren getrennt, Single geworden.

Zugenommen. Joggen entdeckt. Abgenommen.

Immer noch Single, 2 missglückte Liebschaften. Glauben verloren.

40

Freundin kennengelernt. An den Gedanken gewöhnen, Singleleben an den Nagel zu hängen, keine Träne nachweinend.

Blogeintrag geschrieben über 39 Jahre ich.

Anke Gröner hats vorgemacht, und ich muss nachtürlich wieder alles nachmachen!

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1.
Kommentar
von Suse
25. März 2009

Ich habe schallend gelacht und fühle mich geehrt.

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