Die Formel 1 - Ein Zirkus wie in jedem Jahr
Das Bemerkenswerteste an diesem Rennwochenende der Formel 1 in Shanghai/China war nicht, dass ein Deutscher den Sieg einfuhr, ohne Michael Schumacher zu heißen, auch nicht, dass es schon wieder mal geregnet hat und nasse Pisten wohl langsam zu den normalen Verkehrsverhältnissen in der Formel 1 werden - nein, am bemerkenswertesten fand ich, dass sich die "Top"-Teams Mercedes, BMW und Ferrari ziemlich derb verzockt und es im dritten Saisonrennen immer noch nicht geschafft haben, Anschluss an die Leistungsspitze in der Saison 2009 zu finden. Verwunderlich umso mehr, als dass finanziell gut ausgestattete Teams anscheinend keine Plan B in der Schublade aufbewahrten, was gewisse halblegale Bauteile an den Boliden betrifft; oder eben nicht genug Einfluss im F1-Zirkus besaßen, diese zu verbieten.
Dadurch ergibt sich für dieses Jahr eine sehr interessante Konstellation auf der Rennstrecke: haushohe Favoriten und Garanten für langweilige Rennausgänge - Raikkonen und Hamilton, Massa und Kovalainen - fahren chancenlos hinterher. Im Hinblick darauf, wann in dieser Saison der technische Nachteil durch die ehemaligen Topteams ausgeglichen wird, finde ich die Rennsaison 2009 durchaus spannend [ja, und auch die wieder auftretenden Überholmanöver erinnern an den einstigen Charme der Rennserie von vor zwanzig, dreißig Jahren].
Verbunden mit der Langeweile in der Formel 1 in den letzten Jahren sind für mich auch immer die beiden Moderatoren beim großen deutschen Privatsender[1]: Danner und Waßer. Während Christian Danner noch einen großen Sympathiebonus bei mir hat - aufgrund der Tatsache, dass er früher mal bei der DTM einen Alfa 155 V6 relativ erfolgreich über die Piste geprügelt hat und dadurch auch immer etwas technischen Sachverstand beitragen kann, verliert sich Heiko Waßer eigentlich nur noch in zwei Themen: erstens: wird es regnen und zweitens: wie sieht es aus deutscher Sicht aus. Und diese immergleiche Leier hing mir eigentlich schon beim ersten, als ich sie bewusst wahr nahm (in dem Jahr, als Eurosport sich die Übertragungsrechte nicht mehr leisten konnte), so ziemlich weit zum Halse raus.
Natürlich freue ich mich, dass ein Vettel den Sieg eingefahren hat (wobei der Junge mal heiraten und den Namen seiner Frau annehmen sollte[2]) – aber gleich eine zweite Schumacher-Ära herbeizureden, und wieder Millionen Deutsche vor den Fernseher herbeizufabulieren, ist einfach nur traurig für jeden Fan des Motorsports.
Ich finde, die beiden altgedienten Kommentatoren des Rennverlaufes sollten mal langsam daran denken, dem neuen Wind in der Formel 1 gerecht zu werden, und die Stühle freimachen für neue, frische Stimmen aus der Kommentatorenkanzel[3].
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[1] Ja, es mangelt hier gewaltig an PayTV - absichtlich
[2] Keine Ahnung woran das liegt, aber „Vettel“ erinnert mich immer ihrgendwie an einen kleinen pausbackenen Jungen – ohne das jetzt abwertend gegenüber dem Namen zu meinen, nur diese doofe Assoziation ist immer irritierend.
[3] Frisch darf sich in diesem Falle auch sehr rauh anhören, vielleicht mal den einen oder anderen Synchronsprecher für Hollywoodstars testen, weniger Motorsport-Sachverstand [ich meine jetzt nicht den Danner] könnte ich denen auch nicht zutrauen.





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